Tempo 30 lässt Fahrer kalt

Tempo 30 lässt Fahrer kalt


07. März 2013
TV-Bericht von Clemens Beckmann
TV-Foto von Klaus Kimmling

117 Stundenkilometer: Mit dieser Geschwindigkeit war ein Verkehrsteilnehmer auf der L 53 in Osann unterwegs. Erlaubt ist hier Tempo 30. Doch kaum jemand hält sich daran. Abhilfe, zum Beispiel durch eine Verengung oder Verschwenkung der Fahrbahn, ist aber nicht geplant.
Die L 53/Wittlicher Straße am Ortseingang von Osann verläuft ziemlich gerade - aus Richtung Platten und in Richtung Platten. Das lädt zur schnellen Fahrt ein, obwohl in Ortschaften Tempo 50 gilt, wenn es nicht ausdrücklich anders ausgewiesen ist. Dann liegt das Limit meist bei 30 Stundenkilometern. In Osann ist dies, wegen Schäden an der Straße, an besagtem Ortseingang der Fall. Es hält sich allerdings kaum jemand daran.
Die große Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer ist im Bereich zwischen 51 und 80 Stundenkilometern unterwegs. Das haben Messungen ergeben, die die Gemeinde mit einer mobilen Geschwindigkeitsmessanlage durchführte.

Zwei Messanlagen im Ort
Einige Fahrer überdrehen sogar völlig. Der schnellste war mit 117 Sachen unterwegs. Wäre er erwischt worden, hätte es eine saftige Strafe gegeben: "Drei Monate Fahrverbot, vier Punkte und 680 Euro Bußgeld", sagt Hans-Jürgen Riemann, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Wittlich.
"Hier wird seit jeher gerast", sagt Winzer Arnold Brösch junior, dessen Anwesen unmittelbar hinter dem Ortseingangsschild liegt. Man selbst gewöhne sich daran. Von aussteigenden Kunden bekomme er aber immer wieder zu hören, wie gefährlich dieser Abschnitt der Straße ist. "Es kann nicht sein, dass innerorts mit mehr als 100 Kilometern gefahren wird", sagt der erste Ortsbeigeordnete Hans Gorges.
Die Gemeinde hat zwei der mobilen Messanlagen gekauft (je circa 3300 Euro), die zum Teil durch Spenden finanziert wurden.
"Denn hier wird zu viel gerast", sagt Ortsbürgermeister Matthias Stoffel. Nicht nur auf der L 53 sondern auch zwischen den beiden Ortsteilen Osann und Monzel sei das so.
Am Osanner Ortseingang stand das Gerät mehrere Wochen. 17 351 Fahrzeuge sind erfasst worden, besonders viele zwischen 15 und 19 Uhr. Immerhin zehn von ihnen waren in dieser Zeit, in der zum Beispiel Kinder unterwegs sein können, 91 bis 100 Kilometer schnell.
Vor einigen Wochen hat es einen Ortstermin mit Vertretern von Gemeinde, Verbandsgemeinde, Polizei und Landesbetrieb Mobilität Trier (LBM) gegeben. "Dabei wurde vom LBM zugesagt, dass es ein weiteres Gespräch gibt, wenn die Ergebnisse der Messungen vorliegen", sagt der Ortsbürgermeister.
Dabei solle beraten werden, ob Abhilfe möglich. ist. Matthias Stoffel rechnet damit, dass dieses Treffen kurzfristig zustande kommt.

Mehr Kontrollen angekündigt
Viel Hoffnung macht Hans-Michael Bartnick, stellvertretender LBM-Chef, den Anwohnern nicht. "Derzeit ist weder an eine Verengung noch an eine Verschwenkung der Fahrbahn gedacht", sagt er. Schließlich sei damit zu rechnen, dass die Straße zur Kreisstraße abgestuft wird, wenn die B 50 neu, die Einfluss auf den Durchgangsverkehr hat, ganz fertiggestellt ist.
Etwas Positives gibt es aber. Übereinstimmend berichten der Ortsbürgermeister und Anwohner Brösch, dass der Verkehr insgesamt geringer geworden ist, seit am großen Plattener Kreisel die Strecke in Richtung Osann-Monzel geöffnet ist. Weil die Strecke am Ort vorbeiführt, werde die L 53 entlastet. Hans-Jürgen Riemann kündigt indessen wegen der hohen Geschwindigkeiten verstärkte Kontrollen an.

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