Osann-Monzel packt Windkraftprojekt an

Auf dem Höhenzug zwischen Klausen und Platten sowie Osann-Monzel und Altrich könnten bis zu sieben Windräder entstehen. TV-Fotos (3): Ursula Quickert; Montage: Klaus Kimmling und Birgit Keiser


18. Januar 2012
TV-Bericht und Foto von Ursula Quickert

Als erste Gemeinde im Kreis Bernkastel-Wittlich macht Osann-Monzel Nägel mit Köpfen: Eignet sich der bewaldete Höhenzug zwischen Klausen und Platten für Windräder und stimmen Kreis und Verbandsgemeinde zu, kann die Firma Abo Wind den Bau angehen.

Beim Thema Energie drückt Osann-Monzel aufs Tempo. Während die Mehrheit der Gemeinden im Kreis Bernkastel-Wittlich Gutachten abwartet, die Flächen aufzeigen, die vor allem im Hinblick auf Naturschutz und Windhäufigkeit als Standorte geeignet wären, sagt Osann-Monzel schon Ja zur Windkraft. Dort hat sich der Gemeinderat zum Abschluss eines Pachtvertrags mit der Firma Abo Wind entschlossen.
Sie sieht gute Chancen, dass auf dem bewaldeten Höhenrücken zwischen Osann-Monzel und Altrich beziehungsweise Platten und Klausen sieben Windräder mit bis zu 200 Metern Höhe möglich sind. Jedes soll eine Leistung von bis zu 2,4 Megawatt bringen. Der erzeugte Strom könnte den Bedarf von 15 000 Drei-Personen-Haushalten decken, also grob gerechnet alle Privathaushalte in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land und in der Stadt Wittlich versorgen. Eingespeist werden könnte der Strom im Umspannwerk in Wittlich-Wengerohr. 35 bis 40 Millionen Euro will Abo Wind in das Projekt investieren.
Für jedes Rad müssten zwischen 3500 und 4500 Quadratmeter Wald gerodet werden. Das tiefer liegende Naturschutzgebiet ist nicht betroffen. Allerdings befinden sich die derzeit angedachten Standorte inmitten alter Eichenbestände, in denen viele, zum Teil geschützte Tierarten zu Hause sind, sagt Förster Alois Meyer. Noch stehen allerdings weder die genauen Standorte noch die Zahl der Windräder fest, die gebaut werden sollen. In jedem Fall soll ein Abstand von 1000 Metern zum Wohnort eingehalten werden. Die Richtwerte für Geräusche und Schattenwurf werden nach einem ersten Gutachten in Osann-Monzel, Klausen, Altrich und Platten eingehalten. Die Daten für das Naturschutzgutachten werden noch bis zum Spätsommer gesammelt. Anschließend erstellt der Gutachter den Bericht. "Wir hoffen, dass er bis Ende des Jahres vollständig ist", sagt Martina Franz von Abo Wind. Dann hat die Firma alle Unterlagen für den Genehmigungsantrag beisammen, den sie an die Kreisverwaltung als untere Naturschutzbehörde stellt.
Zudem muss der Flächennutzungsplan geändert werden, der festschreibt, welches Land als Wohn-, Gewerbe-, Sonderfläche und so weiter genutzt wird. Diese Entscheidung obliegt der Verbandsgemeinde. Baubeginn wäre daher nicht vor Frühjahr 2013 - vorausgesetzt, alle Gremien stimmen dem Vorhaben zu. Ende 2013 könnte die Anlage also frühestens ans Netz gehen.
Bei einer Bürgerversammlung war von Pachteinnahmen von 240 000 Euro für die Gemeinde die Rede, falls alle sieben Anlagen gebaut werden. Auch die Nachbargemeinden sollen ein Stück vom Kuchen abbekommen. Wie genau die Solidarlösung aussieht, habe der Gemeinderat noch zu entscheiden, sagt Ortsbürgermeister Matthias Stoffel.
Und was hält Landrat Gregor Eibes vom Vorpreschen der Osann-Monzeler? Schließlich wünscht er sich eine Solidarlösung für den Kreis Bernkastel-Wittlich in Form einer regionalen Beteiligungs- oder Betreibergesellschaft. Er hatte die Kommunen gebeten, daher vorerst keine Verträge mit Windkraftbetreibern einzugehen.
Aus der Kreisverwaltung heißt es, ein Vertragsabschluss einzelner Gemeinden gefährde das kreisweite Konzept wohl nicht. Aber "ein gemeinsames Handeln aller Gemeinden wäre zu wünschen".
Zudem bleibe die Bürgermeister- und Ortsbürgermeister-Dienstbesprechung Mitte Februar abzuwarten. Dann soll eine Machbarkeitsstudie aufzeigen, wie eine kreisweite Energieerzeugungsgesellschaft aussehen könnte.

 

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