Eine ganze Gemeinde will Energie sparen

Moderne Energiesparlampe statt traditioneller Glüh

Moderne Energiesparlampe statt traditioneller Glühbirne: Das ist eine Möglichkeit, etwas Energie zu sparen. Auch um sie soll es beim Energiesparprojekt in Osann-Monzel gehe


06. Januar 2011
TV-Bericht: Marion Maier
Foto: dpa

Osann-Monzel will Vorreiter beim Energiesparen werden - zumindest wenn es nach den Wünschen der Arbeitsgruppe (AG) "Kommunale Energie" der Gemeinde geht. Die Gruppe will zusammen mit möglichst allen Bürgern und mit Unterstützung der Stadtwerke Trier eine Energieleitlinie entwickeln.

Osann-Monzel. Ein Artikel im TV über die Gemeinde Mülheim, die an einem Energiekonzept arbeitet, hat in Osann-Monzel den Ausschlag gegeben, etwas Ähnliches zu versuchen. Bertram Bollig, Mitglied des Gemeinderats, sagt: "Den Gedanken, die Bürger im Hinblick auf Energieeinsparung zu sensibilisieren und zu unterstützen, hat der Gemeinderat positiv aufgenommen."

Der Rat hat daraufhin auch gehandelt und eine Arbeitsgruppe "Kommunale Energie" gegründet, die sich aus dem Bauausschuss und interessierten Bürgern zusammensetzt. Auch Bollig ist Mitglied. Das Ziel, das sich die Gemeinde gesetzt hat, ist kein kleines. Sie will die Vorgaben einer Richtlinie der Europäischen Union erfüllen, und das bedeutet: Bis 2016 sollen neun Prozent der Energie eingespart werden im Vergleich zum Verbrauch von 2001 bis 2005.

Es geht um ein langfristiges Konzept, das nicht nur Energie, sondern auch Geld sparen helfen soll. Die Gemeinde betritt damit Neuland. Unterstützt wird sie dabei von den Stadtwerken Trier (SWT), die ein grobes Konzept erarbeitet haben, das zusammen mit der Gemeinde mit Leben gefüllt werden soll. Bollig betont: "Es ist ganz wichtig, dass dabei alle Bürger mitmachen." Nicht nur Privathaushalte, auch gewerbliche und öffentliche Gebäude sollen miteinbezogen werden.

Um herauszufinden, wo beim Sparen angesetzt werden kann, soll in Osann-Monzel zunächst der Ist-Zustand erfasst werden. Dafür wurden bereits Erfassungsbögen überall im Dorf mit seinen 700 Haushalten und rund 1700 Einwohnern verteilt. Gefragt wird unter anderem nach Baujahr, Energieart und Energie- sowie Stromverbrauch. Mitmachen ist freiwillig, die Daten werden vertraulich behandelt. Als Ergebnis erfährt der Bürger, ob sein Haus im roten, gelben oder grünen Bereich liegt. Bei diesem ersten Gebäudecheck, der 15 Euro kostet, schießt die Gemeinde fünf Euro zu.

Der nächste Schritt ist eine Informationsveranstaltung am 20. Januar, bei der es um Möglichkeiten des Energiesparens zu Hause geht. Ein SWT-Mitarbeiter stellt kleine Einsparmöglichkeiten wie neue Heizungspumpen und das Austauschen von Glühbirnen mit Energiesparlampen vor. Aber auch große Projekte wie die Heizungsmodernisierung sind Thema.

Und wie geht es weiter, wenn der Ist-Zustand grob erfasst ist? Dann soll es Vorschläge zur effizienteren Energienutzung, aber auch für Förder- und Finanzierungmöglichkeiten geben. Die Bürger können entscheiden, ob sie ihren Haushalt genauer analysieren lassen. Weiter ist denkbar, gemeinsame Lösungen anzustreben und zum Beispiel ein Blockheizkraftwerk für eine Siedlung zu bauen. Genau darin sieht die SWT einen Nutzen eines solchen Projekts für die Bürger: Verschiedene Interessen aus dem privaten, gewerblichen und dem öffentlichen Bereich könnten zum Vorteil aller verknüpft werden.

Doch all das ist Zukunftsmusik. Um etwas zu erreichen, braucht es die Mitarbeit der Bürger.

Die Infoveranstaltung in Osann-Monzel findet am Donnerstag, 20. Januar, ab 19 Uhr im Mehrzweckbereich der Oestelbachhalle statt.

EXTRA Mülheimer warten auf Potenzialanalyse Die Gemeinde Mülheim (1000 Einwohner) will bei ihrem Energiesparprojekt zusammen mit den Bürgern 50 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen bis 2020 einsparen. In Mülheim gab es bereits mehrere Informationsveranstaltungen. Ortsbürgermeister Friedhelm Leimbrock sagt: "Die Resonanz war recht gut. Es waren etwa 70 bis 80 Leute da." Grunddaten zum Energieverbrauch seien erfasst. Nun warte die Gemeinde auf eine Potenzialanalyse, die aufzeige, wie der Bedarf mit regenerativer Energie gedeckt werden könne. Um die Analyse zu finanzieren, werde ein Förderantrag gestellt. Leimbrock: "Im Bestand ist es schwierig, beispielsweise ein Nahwärmenetz einzurichten. In einem Neubaugebiet kann man das gleich einplanen." Bereits jetzt sieht der Ortschef ein Ziel des Konzepts erreicht: "Energiesparen wurde zum Thema im Dorf gemacht, das ist wichtig."

 

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