Bis zu sieben Windräder auf Osann-Monzels Höhen


19. August 2011
TV-Bericht von Harald Jansen

Einnahmen von jährlich rund 280 000 Euro wird die Ortsgemeinde Osann-Monzel verbuchen, wenn im Wald zwischen der Weinbaugemeinde und Altrich ein Windpark realisiert wird. Zuvor sind noch planerische Hürden zu überwinden und muss mit den Nachbargemeinden gesprochen werden.

Noch umrahmt nur ein bewaldeter Höhenzug die Weinbaugemeinde Osann-Monzel. Das könnte sich bis 2014 ändern. Wenn es optimal läuft und es nach dem Willen des Ortsgemeinderats Osann-Monzel und den Verantwortlichen der Abo Wind AG geht. Die Osann-Monzeler wollen gemeindeeigene Flächen an die Aktiengesellschaft verpachten. Die will dort bis zu sieben Windräder errichten. Als Pacht würden jährlich rund 240 000 Euro an die Kommune überwiesen. Doch so weit ist es noch nicht.
Der aktuell geltende Flächennutzungsplan lässt zwar Windkraft in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land zu. Jedoch nicht dort, wo die Abo Wind AG (siehe Extra) gerne ihre Windräder mit einer Gesamthöhe von 199 Metern bauen würde. Bei der Aufstellung des Plans galten Waldgebiete noch als Tabu-Flächen. Inzwischen hat sich in dieser Frage der Wind gedreht. Auch in Waldgebieten dürfen sich die Rotoren drehen. Im Fall des Vorabends in Osann-Monzel jeweils mit einer Leistung von bis zu 2,4 Megawatt.
Bernward Heinemann von der Abo Wind AG versprach den Osann-Monzelern, dass sein Unternehmen sich um alle planerischen Dinge kümmern wird. "Die Gemeinde trägt kein Risiko", sagte Heinemann. Wenn alles optimal läuft, können sich die bis zu sieben Rotoren 2014 auf den Osann-Monzeler Höhen drehen. Kosten für das Projekt: rund 35 Millionen Euro.
Christoph Holkenbrink, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, hat grundsätzlich nichts gegen die Osann-Monzeler Pläne. Doch mahnte er die Osann-Monzeler, auch mit den Nachbargemeinden zu sprechen. "Die Windräder mögen zwar auf Osann-Monzeler Gemarkung stehen. Womöglich sind sie jedoch von Altrich aus besser zu sehen." Auch die würden wohl ein Wörtchen mitreden wollen.


Meinung

Teilen und gemeinsam kassieren
Die Entwickler von Windparks ziehen wieder durch die Lande und wollen sich die Plätze an der Sonne sichern. Und sich so eine goldene Nase verdienen. Ansonsten würden sie nicht ohne mit der Wimper zu zucken jährlich rund 40 000 Euro Pacht für einen Windrad-Standort zahlen. Für die Vertreter der Ortsgemeinde Osann-Monzel als Pachtempfänger muss das Angebot der Windparkbetreiber wie ein Lotto-Gewinn erscheinen. Doch Vorsicht: Erstens ist noch lange nicht gesagt, ob und wann die 199 Meter hohen Anlagen gebaut werden dürfen. Zweitens müssen die Osann-Monzeler dem Eindruck entgegenwirken, dass sie kassieren, während die Menschen aus Nachbargemeinden nur auf die Anlagen und in die Röhre gucken. Gut beraten wären die Osann-Monzeler deshalb, wenn ein Teil der Anlagen auf Plattener, Klausener und Altricher Bann stehen würde. Das beschert auch den Nachbarn Einnahmen und lässt eventuellen Widerstand erlahmen. h.jansen@volksfreund.de Die Abo Wind AG wurde 1996 gegründet. Das Unternehmen betreibt Windräder in Europa sowie in Argentinien. Bisher hat Abo Wind mehr als 250 Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von gut 400 Megawatt ans Netz gebracht. Weotere sollen folgen. In der Region betreibt die Firma bereits im Raum Berglicht/Talling einen Windpark mit 13 Anlagen.

 

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