Ersterwähnung der Kirche von Monzel

von Stefan Christen

Zeitgleich mit den Vorbereitungen zur Erstellung der Osanner Chronik hat sich herauskristallisiert, dass die bisherigen Veröffentlichungen und Erkenntnisse zur frühen Monzeler Geschichte modifiziert werden müssen. Die Ersterwähnung von Monzel wurde bisher in das Jahr 1127 datiert. Umfangreiche Recherchen haben ergeben, dass die „Vita Magnerici“, in der Osann um 1008 erstmals erwähnt wird, auch die zeitgleiche Ersterwähnung von Monzel beinhaltet, und das im selben Dokumente und im selben Zusammenhang wie auch die Ersterwähnung von Osann. Die bisher publizierte Zuordnung des Ortsnamens „muncele villam“ im Anhang der „Vita Magnerici“ nach Monzelfeld kann nicht zutreffen. Bei „muncele villam“ handelt es sich vielmehr um Monzel. Der Name „muncele villam“ tritt fast identisch im Jahr 1236/1237 in einer Urkunde als „Villa Moncelle“ auf und ist dort zweifelsfrei Monzel zugeordnet. Die Wandlung des „u“ in ein „o“ ist in der Geschichte der moselromanischen Lautchronologie gängig. Um eine Verwechslung mit dem Ort Monzelfeld auszuschließen sei erwähnt, dass Monzelfeld folgende Bezeichnungen hatte: 633/646 Munzelvelt, 816 Munzefehil, 893 Muncevelt, 1016 Muncervelde, 1030 und 1037 Muncervile. Um das Jahr 1008 unterscheiden sich die beiden Dorfnamen an den Namensenden in der Form, dass bei Monzel immer ein „le“ am Ende steht und das Wort Villam oder Villa getrennt aufgeführt wird. Bei Monzelfeld wird immer nur ein Name genannt und somit differenzieren sich die beiden Ortsnamen um das Jahr 1008 deutlich voneinander. Außerdem stellte sich die Urkunde von 1030 und 1037, in der Monzelfeld als Muncerville genannt wird, als Fälschung heraus. In der Chronologie von Monzelfeld tritt im Jahr 1008 auch keine Erwähnung auf, sondern nur zu den vorgenannten Jahren. Veröffentlicht wurde dies in der Monzelfelder Chronik „Monzelfeld in Vergangenheit und Gegenwart“ von Franz Schmitt. In der Literatur wird diese Zuordnung von „muncele villam“ als Monzel ebenfalls mehrheitlich beschrieben (Historisches Lexikon der Siedlungs- und Flurnamen des Mosellands von Wolfgang Jungandreas, 1962; Kunstdenkmäler des Kreises Wittlich von Ernst Wackenroder, 1934; Siedlung und Pfarrorganisation im alten Erzbistum Trier von Ferdinand Pauly, 1957). Diese berufen sich auf die erstmalige Publikation zur „Vita Magnerici“, veröffentlicht von Jakob Marx im Jahre 1860 (Geschichte des Erzstiftes Trier, II. Abt. 1. Band, Trier 1860), die ebenfalls „muncele villam“ als Monzel identifiziert. Die Gründe, weshalb dennoch in der Litertatur des zu Ende gehenden 20. Jahrhunderts der Ort Monzelfeld als „muncele villam“ angesehen wurde, liegen offensichtlich darin, dass die 1889 erschienene Veröffentlichung zu den Trierer Geschichtsquellen des 11. Jahrhunderts (H. v. Sauerland) sowie darauf aufbauende Literatur wie beispielsweise Armin Tille (Die Benediktinerabtei St. Martin bei Trier, in: Trierisches Archiv 4, Trier 1900) bei der Betrachtung der Geschichte der Abtei St. Martin vorrangig zitiert wurden. Die in diesen beiden Werken erfolgte, jedoch nicht eigens begründete Identifzierung von „muncele villam“ mit Monzelfeld, statt wie bei Marx mit Monzel, wurde von einigen nachfolgenden Autoren ungeprüft übernommen und ist nicht nachvollziehbar.
Die Gründung von Monzel war vermutlich im 5. oder 6. Jahrhundert.

 

Hinweis

Mündlich bestätigt durch Franz Schmitt im Januar 2008.
Lediglich der Historiker Sauerland (Trierer Geschichtsquellen des XI. Jahrhunderts von H. von Sauerland, 1889) sieht eine Zuordnung nach Monzelfeld.
Zur Datierung gibt es keine eindeutigen Aussagen in der unten erwähnten Literatur. Die Vita wurde auf Veranlassung des Erzbischofes Poppo (1016-1047) verfasst, schreibt Tille (S. 3). Sauerland verlegt die Entstehung der Vita in diese Zeit und ordnet den Anhang anfangs sogar der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts zu, kommt aber später wieder auf die Zeit um 1030 zurück. Um für die betroffenen Dörfer Salmrohr und Sehlem, die ihre 1.000Jahr-Feier im Jahre 2008 ebenfalls auf die vita magnerici gründen, wurde der vorliegende Beitrag in der Osanner Ortschronik zur Ersterwähnung Osanns mit Willi Follmann (Salmrohr), dem Verfasser der entsprechenden Beiträge in den 2008 publizierten Ortschroniken Salmrohr und Sehlem abgestimmt.
Details siehe bei J. Marx: Geschichte des Erzstiftes Trier, II. Abt. 1. Band, Seite 252 sowie Armin Tille: Die Benediktinerabtei St. Martin bei Trier, in: Trierisches Archiv 4, Trier 1900. Anm.: Die Größe einer damaligen Hufe ist nicht genau definierbar. Eine Hufe liegt zwischen 5 und 30 Hektar. Zur Datierung des Vita Magnerici wurde vor allem die Publikation H.V. Sauerland (Trierer Geschichtsquellen des 11. Jahrhunderts, Trier 1889) herangezogen.
Zur Dagobert’schen Schenkung vgl. u.a. Petry, Klaus: Vom Dorf zur Stadt – Die Geschichte Wittlichs vom Ende der Römerzeit bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts; in: Gilles/von den Hoff/Kortenkamp/Petry: Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Wittlich, Band I, Die Geschichte der Stadt von den Anfängen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts, Wittlich 1990, S. 84-85.
Recherche Stefan Christen, Monzel, Januar 2008: Gyesseling, Maurits – Toponymisch Woordenboek van Belgie, Nederland, Luxemburg, Nord-Frankrijk en West-Duitsland, 1960 sowie Mittelrheinisches Urkundenbuch.
Mündlich bestätigt durch Franz Schmitt im Januar 2008.
Lediglich der Historiker Sauerland (Trierer Geschichtsquellen des XI. Jahrhunderts von H. von Sauerland, 1889) sieht eine Zuordnung nach Monzelfeld.

Ernst Wackenröder beschreibt die Kirche

St. Nikolaus in Monzel in seinem Buch "Kunstdenkmäler des Kreises Wittlich" von 1934 wie folgt:

Die Kirche in Monzel wurde in den Jahre 1784 bis 1787 unter der Leitung des Baumeisters Peter Schander errichtet, da die vorherige Kirche den Ansprüchen nicht mehr genügte, bzw. in der Bausubstanz schlecht war. Sowohl die alte, als auch die neue Kirche waren dem hl. Nikolaus geweiht. Im Jahr 1833 (am 06. Dezember 1833) wurde die vorherige Filiale Monzel von Osann getrennt und nach langen Streitigkeiten mit dem Osanner Pastor zur eigenständigen bischhöflichen Pfarrei erhoben. Bei der spätbarocken Landkirche handelt es sich um einen schlicht geputzten Bruchsteinbau in Saalform mit gewölbter Holz-Lehm-Decke. Über dem zweimal geschweiften Westgiebel hat die Kirche einen großen vierseitigen Dachreiter (Turm) mit achtseitiger Schieferpyramide über flachen Dreiecksgiebeln (Turmdach). Die Fenster sind einfach rundbogig in glatter Sandsteinfassung. Das Pilasterportal über dem Eingang der Kirche hat einen Nischenaufbau für eine kleine Sandsteinfigur des hl. Nikolaus.

Im Kircheninneren ist im Bereich des Taufbeckens ein Sandsteinretabel aus dem 15./16. Jahrhundert. Dieses Sandsteinretabel stammt noch aus der Vorgängerkirche und war vermutlich Teil des Altarsraums.


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