Sankt Donatus

Eine Geschichte aus Monzel


Einst hütete ein Schäfer seine Herde auf einer Weide zwischen Monzel und Noviand.
Auf einmal zogen dunkle Wolken am Himmel auf und ballten sich zu einem grollenden Gewitter zusammen.
Es dauerte nicht lange, da brach das Unwetter los. Schaurig hallte der Donner vom nahen Waldrand wider und feurige Blitze zuckten über das Firmament.
Als schließlich dicke Hagelkörner wie aus Kübeln herniederprasselten, fuhr der Schreck dem armen Schäfer und seinen ängstlichen Schafen in die Glieder.
Die Herde stob in alle Himmelsrichtungen auseinander. Unter Bäumen und Büschen suchten die Tiere Schutz und viele rannten blindlings über die Felder bis zum Waldrand.
Dem Schäfer wurde es bang ums Herz, denn er dachte an seine armen Schafe, von denen kein einziges mehr in seiner Nähe war. Als das Unwetter nicht nachließ, sondern der Donner noch schlimmer und schauriger widerhallte, da streckte der Schäfer die gefalteten Hände zum Himmel und rief: „Lieber Donatus, du Schutzpatron der Schäfer, hörst du mich!
Beschütze meine lieben Schafe und gib sie mir gesund und wohlbehalten wieder zurück!
Zum Dank will ich dir an diesem Fleck einen Bildstock erbauen!“
Bald legte sich der Sturm, die Hagelkörner wurden weniger und schließlich hatte sich der wolkenverhangene Himmel wieder aufgeklärt. Das Unwetter war ebenso unverhofft verzogen, wie es gekommen war.
Da lief der Schäfer über die Felder und Wiesen und rief mit lauter Stimme seine Schafe herbei. Von allen Seiten kamen sie zusammen. Als nur noch wenige fehlten, steckte er Daumen und Zeigefinger in den Mund und stieß grelle Pfiffe aus.
Daraufhin kamen auch die fehlenden Schafe aus den entferntesten Verstecken herbei, ja zuletzt fehlte nicht ein einziges. Wie glücklich, ja überglücklich war da der Schäfer!
Am nächsten Tag schon in aller Frühe begann der Schäfer schon sein Versprechen einzulösen.
Er errichtete eigenhändig einen Bildstock zu Ehren des heiligen Donatus.

Wer einmal von Osann nach Noviand fährt oder wandert, kann das heute renoviert und neu erbaute „Donatus Bildschi“ (im Zuge der Zusammenlegung im „Eichflur“) noch stehen sehen.
Bildstockräuber haben die original handgeschnitzte Holzstatue des hlg. Donatus ca. 1970 gestohlen, seither schmückt ein Sandsteinbildnis den Innenraum des Bildstock.

( Bild in : Bildstöcke in und um Osann-Monzel )


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