Die Wasserversorgung von O-M

Von Anno Dazumal bis 1896

Wasser, der Ursprung allen Lebens, für Mensch und Tier das Lebenselixier, alles zog sich zum Wasser hin, denn ohne Wasser kein Leben. Mit der Zeit und mit der Erfahrung der Menschen lernte man auch das Wasser zum Menschen zu bringen. Es wurden Brunnen gegraben oder künstlich hergestellt.
Dort wurde dann das Trinkwasser über die Brunnen „gepützt“. (gepützt = über eine Handwinde oder mit einem Seil wurde ein Gefäß (Eimer) in das Brunnenwasser herabgelassen und nachdem dieses sich gefüllt hatte wieder hochgezogen). Diese Brunnen wurden meist in Gemeinschaftsarbeiten erstellt. Große Sand- oder Bruchsteine behauene Quader wurden in Kreisform in einer ausgehobenen Erdgrube aufgesetzt und das Schachtbauwerk wieder verfüllt. Oft waren Tiefen von 10 bis 20 m erforderlich. Wasser wurde in bekannten Quellgebieten erfasst und in selbst geformten und gebrannten Tonrohren zu diesen Brunnen geleitet. Es gab auch Brunnen, die nur von Grundwasser gespeist wurden.

Teile der Wasserleitung aus Tonrohr vom

Quellgebiet "Am Mausloch" bis zum Brunnen am Gemeindehaus in Monzel; Tonrohre : Länge ca 50 bis 55 cm; Innendurchmesser : ca 4 bis 5 cm; Kontrollstück : Länge ca 40 cm mit Kontrollöffnung d= 12 bis15 cm

Brunnen und Quellgebiete in Osann

In Osann wurden die Brunnen durch Quellwasser aus dem Geisschinder Stollen vom Rosenberg oder durch Grundwasser gespeist (Geisschinder = von Hand getriebener Stollen, gelegen am: Gäspedschi Verlängerung Weinbergstr. – Ecke „Am Rosenberg“). An den Brunnen wurde das Wasser in Krügen oder Holzbottiche gefasst und als Trinkwasser in die Haushalte geschafft. Das Vieh wurde am Oestelbach oder an offenen Brunnen getränkt. Besser gestellte Bauern hatten eine eigene Brunnenstube oder Zisterne.

Wo standen in Osann die Brunnen ?

Om Denkmol, bei Griesche Juppes, bei Schweißthals, Schrenke Klos, bei Hänze Matti, Kirstens Tun, bei Jonas, om Casino, bei Paulys Alois, Räwe Sussi, on äm Pfarrhof (der Brunnen ist heute noch gangbar) Leider sind die meisten Brunnenbauwerke in Osann durch Straßenbau oder private Baumaßnahmen zerstört oder einfach zugeschüttet worden.
Schade, denn dieses Kulturgut könnte heute das Dorfbild enorm aufwerten. (In Monzel sind noch 2 dieser Brunnen erhalten.) Übrigens, der Brunnen am Gemeindehaus Osann wird heute noch durch Wasser aus dem Geisschinder gespeist.

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Hinweis zu den Bildern

Technische Messblätter: aufgenommen am 15.12.2001
durch: Kremer, Diedrich, Ferber

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Bekannte Quellgebiete in Osann und deren Lage:

1 – Geisschinder Stollen –handgetrieben-: Ecke Am Rosenberg zur Weinbergstr.
2 – Wüstebuhr: am oberen Teil von Ollscheid - unterhalb Steidchen
3 – Fiewerbuhr: Nähe Fa. CTR (durch Baumßnahmen unterbrochen und ausgetrocknet)
4 – Gungelsbuhr: am oberen Ende vom Vogelsang - Im Gründchen
5 – Pafelbuhr: am Oestelbach - Bereich Osann-Monzeler Flur. Hier befindet sich das Wassertretbecken!
6 – Heidebuhr: Einlauf in Oberflächensammler schräg gegenüber ehem. Kasper Giehl
7 – Asselter Buhr: in der Nähe von Neu-Minheim - etwa unterhalb Steinbruch
8 – Gehansbuhr: Richtung Klausen - Nähe dicker Baum
9 – Hohnenbuhr: oberhalb der Hahnenmühle - Richtung Klausen

Brunnen und Quellgebiete in Monzel

In Monzel wurden die Brunnen gespeist durch Quellwasser aus der Brunnenstube unterhalb vom Mausloch.

Wo standen in Monzel Brunnen?
Om Gemänenhaus, bei Grolles, bei Schreinisch Anni on än da Altrichstroß.
Aber auch einige hauseigene Brunnen, die durch Grundwasser gespeist wurden.

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Alles in allem, ein sehr mühsamer Umgang mit der Wasserbeschaffung. Das heute sichtbare Mausloch war keine eigentliche Brunnenstube, denn hier wurde ein Stollen zum Erzabbau von einer Familie Maus in Handarbeit hergestellt.
Dort sammelt sich heute jedoch so viel Wasser, dass es das ganze Jahr über läuft. Aus diesem Grund wurde in liebevoller Kleinarbeit durch Ernst Benz ein handgeschnitzter Brunnen mit Sitzgruppe gebaut, wo sich der müde Wanderer abkühlen und ausruhen kann. Das eigentliche Quellgebiet liegt etwas unterhalb des heute sichtbaren „Mausloch“.

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Bekannte Quellgebiete in Monzel und deren Lage:

1 – Mausloch: unterhalb vom heute sichtbaren Mausloch
2 – Balicher Stollen: unterhalb des Hüttenkopfes
3 – Wackebuhr: oberhalb Holzplatz Im Fieberchen
4 – Pafelbuhr: am Oestelbach - Bereich Osann-Monzeler Flur. Hier befindet sich das Wassertretbecken!
5 – Hundsbuhr: unterhalb vom Balicher Weiher
6 – Taubenbuhr: im Fohler Loch
7 – Liesjesbuhr: unterhalb des Hüttenkopfes
8 – Gemänenbuhr: unterhalb des Hüttenkopfes
9 – Kreuzbuhr - ?

Wer kann noch bessere Angaben machen, oder gemachte Angaben verbessern?
Bitte mit der Redaktion: hansgorges@aol.com in Verbindung setzen!

Zeitraum von ca. 1896 bis 1936

Die erste Wasserleitung in Osann wurde ca. 1896 (von Gastarbeitern aus Italien) gebaut.
Das Wasser wurde im Quellgebiet Wüstebuhr gefasst und in einer Tonleitung zum Sammelbehälter geleitet. Von dort bis zum Hochbehälter „Auf Scheid“ und bis in die Dorfmitte mit Gussrohren zu den offenen Zapfstellen, die man „Steil“ nannte.
In Osann gab es 4 dieser Zapfstellen. Hier konnte jeder Haushalt seinen Wasserbedarf decken.
In Monzel wurde die erste Wasserleitung mit Tonrohren aus dem Quellbereich unterhalb vom Mausloch zum Dorfbrunnen auch um ca. 1896 hergestellt.

Zeitraum von ca. 1936 bis 1948

Ab ca. 1936 wurde dann eine neue Wasserleitung aus den Quellgebiet Wackebuhr und Hundsbuhr in das Balicher Baseng mit Verbindung zum Hochbehälter „Auf Scheid“ gebaut. Von dort eine Wasserleitung bis in die einzelnen Haushalte.
Das war schon eine gute Lösung, aber nicht problemlos. In Spitzen-Entnahmezeiten hatten viele Osanner kein Wasser, weil Monzel am Balicher Baseng den höheren Zulauf hatte und dann kein Wasser mehr in den höher gelegenen Häusern in Osann ankam.

Zeitraum von ca. 1948 bis 1976

Dieser Missstand wurde dann behoben mit der Erschließung des Quellgebietes Pafelbuhr. Hier gab es ausreichend Wasser für Osann und Monzel auch die Gemeinde Kesten wurde in einer Interessengemeinschaft mit angegliedert.
Es wurde eine Wasserleitung aus Gussrohren verlegt (Einzellänge 3,00 m – Muffe mit Bleischnur). Da kein natürliches Gefälle vorhanden war, wurde das Wasser mittel elektrisch betriebener Pumpen in das Ortsnetz bis in jeden Haushalt gepumpt. Das Wasser wurde zum Selbstkostenpreis an die Bürger weiterberechnet.

Zeitraum von ca. 1976 bis Heute

Die Wasserqualität war hervorragend, bis man aus einem diffizilen Anlass im Jahr 1976 diese aberkannte und die Gemeinde Osann-Monzel an das Kreiswasserwerk angekoppelt wurde. Jedoch bleibt zu erwähnen, dass Dank hervorragender Betreuung die Wasserqualität noch verbessert wurde.

Heute kosten 1000 Liter Wasser 1,00 € und für die gleiche Verbrauchsmenge wird eine Kanalgebühr von 1,68 € erhoben (zzgl. Steuer) Ein steigender Kostenfaktor!! , das heißt: Geht in Zukunft sparsam mit dem Wasser um!


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