Der springende Stein

"Der springende Stein" :

Auf Scheid 20m rechts vor der ersten Fichtenschonung

Der springende Stein


In alter Zeit glaubten die Menschen wie auch anderswo an Geister, Hexen und Kobolde.
An trüben Wintertagen, wenn die Arbeit im Weinberg und auf dem Feld ruhte, trafen sich die Frauen beim Spinnen, die Männer aber saßen viele Stunden im Wirtshaus beisammen. Dabei erzählte man sich manch gruselige Geschichte über Begegnungen mit dem Jenseitigen, ja – sogar mit dem Teufel.
In Osann weiß man bis heute eine Begebenheit, die sich um einen merkwürdigen Stein rankt, welcher draußen vor dem Dorf „Auf Scheidt“ auf einer von Fichten bewachsenen Anhöhe liegt. Es ist ein großer, weißer Stein und überall, wo er nicht mit Moos bewachsen ist, glitzert er wie Bergkristall. Nun hätte diesem Stein gewiss kein Mensch Beachtung geschenkt, wenn er sich nicht alltäglich um die gleiche Stunde in Bewegung gesetzt hätte.
Punkt zwölf Uhr mittags, wenn die Kirchturmglocke zu läuten begann, sprang der Stein in die Höhe. Erst nur eine Handbreit hoch, dann Kniehoch und zu guter Letzt so hoch, dass der leibhaftige Teufel darunter hervorgekrochen kam.
Dieser setzte sich auf den Stein und sprang dreimal hintereinander auf und nieder. Beim letzten Glockenschlag verkroch sich der Teufel wieder in Windeseile unter dem Stein und war mit einem Schlag wie vom Erdboden verschluckt.
Danach kehrte im Fichtenwäldchen wieder Ruhe ein bis zum nächsten Tag, wo sich das gleiche immer wiederholen soll!


< zurück


© 2014 Ortsgemeinde Osann-Monzel